Interessantes Bürgerforum mit dem Pankower Bezirksbürgermeister

Das Bucher Bürgerforum am 21. Februar mit dem neuen Pankower Bürgermeister, Sören Benn, in der Festen Scheune auf dem Stadtgut Buch war sehr gut besucht. Viele wollten den neuen Bürgermeister kennenlernen, aber vor allem wollten sie erfahren wie es in Buch weitergeht. Mit dabei war auch Herr Risken, Amtsleiter Stadtentwicklungsamt Pankow.

Eins ist sicher: Der Ortsteil Buch wird in den nächsten Jahren kräftig wachsen. Zu den drei Standorten für Neubau von Wohnungen gehören Buch IV (Ernst-Busch-Strasse/Verlängerung der Max-Burghardt-Strasse), Am Sandhaus und der Standort, wo sich die ehemaligen Regierungskrankenhäuser (Hobrechtsfelder Chaussee) befinden. Aber auch eine Teilbebauung der Brunnengalerie ist im Gespräch. Der Bürgermeister sagte aber auch, dass hier morgen nicht die Bagger anrollen, denn solche Wohnungsneubaugebiete durchlaufen in der Bundesrepublik ein langes Planungsverfahren mit mehreren, gesetzlich vorgeschriebenen Gutachten.

Die Machbarkeitsstudie zum geplanten Bucher Bildungszentrum auf der nördlichen Seite der Brunnengalerie (an der Wiltbergstrasse) hat ergeben, dass es machbar ist. Hier sollen die Bibliothek, die Musikschule, die Volkshochschule und Teile des gläsernen Labors einziehen, es wird auch Veranstaltungsräume geben. Das Bildungszentrum ist eine Investition von ca. 13,4 Millionen Euro und es wird nicht vor 2019 entstehen. Es soll auch den Abschluss des Bucher Stadtzentrums bilden. Für die Schlossparkpassagen ist ein 3. Bauabschnitt geplant, wo sich jetzt der Anbieter 1000 Kleine Dinge befindet. Der Flächennutzungsplan ist bereits geändert, so dass auch die Brunnengalerie bebaut werden kann. Hier sollen aber nicht nur Wohnungen entstehen, es soll auch Gewerbegebiet, vorrangig für die Erweiterung des Campus Buch, werden.

In die neu gebaute Unterkunft für Flüchtlinge an der Wolfgang-Heinz-Strasse werden Flüchtlinge einziehen, die in Berlin noch in Notquartieren untergebracht sind. An diesem Standort und am Lindenberger Weg ist Platz für ca. 450 Flüchtlinge. Das Containerdorf AWO Refugium Buch auf der Brunnengalerie bekommt in diesem Jahr eine letztmalige Verlängerung für drei Jahre. Die Bucher und Bucherinnen, die sich zahlreich an der Diskussion beteiligten, hoffen, dass die neuen Flüchtlingsunterkünfte (MUFs) nicht in diesem tristen Grau bleiben. Die Unterbringung und die Integration von Flüchtlingen wird auch in den kommenden Jahren nicht nur von den Bucher Einwohnern einiges abverlangen.

Laut Aussage des Bürgermeisters wünscht sich das Bezirksamt und die BVV Pankow einen Regionalhalt in Buch. Es ist aber noch nichts entschieden. Problematisch ist in ganz Buch das Parkplatzproblem. Gerade für viele aus den Umland ist der Parkplatz rund um den S-Bahnhof nicht ausreichend. Er wird ja gerade durch die Tarifgrenze zwischen Buch (Zone B) und Röntgental (Zone C) viel genutzt. Die bevorstehenden Arbeiten an der Wiltbergstrasse und die Umleitung über die Karower Strasse führen in diesem Gebiet ebenfalls zu geringen Parkplatzkapazitäten. Wann die Arbeiten an der Wiltbergstrasse weitergehen, konnte Bezirksbürgermeister Sören Benn leider nicht beantworten.

Die Fuss- und Radwege in Buch müssen in Ordnung gebracht werden, einschließlich einer guten Beleuchtung. Viele dieser Punkte stehen im ISEK Buch, das aber viele Einwohner nicht kennen. Es gab dazu viele Veranstaltungen, auf denen heftig diskutiert wurde.

ISEK Buch

Zur Zeit wird für zwei Bucher Quadranten ein Rahmenkonzept erarbeitet, dass eine Ergänzung des ISEK Buch darstellt, aber auch die neuen Vorhaben mit einbezieht. Der eine Quadrant ist der Teil zwischen Wiltbergstrasse, Karower Chaussee, Autobahn und Bahngleisen, der andere Quadrant ist das Gebiet zwischen Bahngleisen und Hobrechtsfelder Chaussee, wo sich die ehemaligen Regierungskrankenhäuser befinden, wo aber auch neue Wohnungen entstehen sollen.

Die Mittel für den 2. und 3. Bauabschnitt im Schlosspark Buch stehen bereit, so dass voraussichtlich Mitte 2017 angefangen wird, zu bauen.

Geplante Massnahmen im Bucher Schlosspark

Zu den geplanten Maßnahmen bei der Verkehrsinfrastruktur im Nordosten Berlins (DB – Karower Kreuz; A 114; B 2 u.a.) gibt es regelmäßige Treffen zwischen Senat, Verkehrslenkung Berlin, Bezirksamt und den Bauträgern. Der Bürgermeister machte klar, das der geplante SEV für die S 2, dem Bezirksamt Pankow nach so zu größeren Problemen führen wird.

In der Diskussion ging es mehrmals um die Lärmbelästigung, einmal von der Autobahn (die Lärmschutzwände zur Karower Seite sollen höher sein als auf der Bucher Seite), aber vor allem durch die Deutsche Bahn. Bei den geplanten Bauarbeiten der DB zwischen Blankenburg – Karower Kreuz – Bernau werden Lärmschutzwände eingebaut. Die Bürgerinitiative BINO (e.V.) engagiert sich für den  Lärm- und Gesundheitsschutz an der Schiene von Berlin-Blankenburg bis Panketal. Der Vorsitzende erklärte, dass es viele Treffen mit der Bahn zum Lärmschutz gegeben hat, aber das Problem mit dem Lärm, vor allem von den Kesselgüterzügen, konnte noch nicht gelöst werden. Der Bürgermeister versprach, bei Treffen mit Vertretern der Bahn, aber auch des Senats, auf den Bahnlärm hinzuweisen.

Die Attraktivität von Buch ist in den letzten Jahren gestiegen, hier wurde viel investiert. Den Trend des Bevölkerungsrückganges wurde inzwischen gestoppt. Der Durchschnitt der Bucherinnen und Bucher, die am Bürgerforum teilnahmen, war sicherlich über 50 Jahre. Der Bürgermeister informierte, das die Anzahl von Kindern und älteren Bürgern gestiegen ist, aber für Einwohner zwischen 20 und 50 Jahren muss die Attraktivität weiter gesteigert werden. Es gibt heute weniger Gaststätten und gab es in Buch nicht sogar mal Kegelbahnen.

Der Bürgermeister bedankte sich für die zahlreiche Teilnahme und die interessante Diskussion. Fragen, die nicht beantwortet werden konnten – der Bürgermeister ist ca. 100 Tage im Amt – versprach er so schnell wie möglich weiterzugeben. Und er wird gerne wiederkommen nach Buch – einem aufstrebendem Pankower Ortsteil.

Das nächste Bucher Bürgerforum findet am 14. März zum Bucher Schlosspark statt.

Posted on 22. Februar 2017, in aktuelles vom Verein, Stadtumbau and tagged , . Bookmark the permalink. Leave a Comment.

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